Jun 17, 2026
Dominikanische Republik: Mehr Platz für die Ernte
Wenn alle Rädchen ineinandergreifen müssen
Die Haupternte ist für YACAO die arbeitsintensivste Zeit des Jahres. Gemeinsam mit der Kleinbauernkooperative FUNDOPO sorgt unsere Tochtergesellschaft in der Dominikanischen Republik dafür, dass der Kakao von den Kleinproduzentinnen und -produzenten zeitnah nach der Ernte fermentiert, getrocknet, geprüft und für den Export vorbereitet wird. Parallel dazu müssen Zahlungen termingerecht erfolgen, Lagerkapazitäten koordiniert und die Abläufe zwischen den Zentren abgestimmt bleiben.
In solchen Wochen entscheidet nicht ein einzelner Arbeitsschritt über die Stabilität der Lieferkette, sondern das Zusammenspiel vieler Details. Genau hier setzen die aktuellen Investitionen an: Sie schaffen mehr Platz, klarere Wege und schlankere Prozesse.

Die angelieferten Kakaobohnen …

… werden fermentiert …

… und getrocknet.
Navarrete: Mehr geschützte Fläche für die Trocknung
Im Zentrum Navarrete wurde die Kapazität für die Trocknung der Kakaobohnen deutlich vergrössert. Sechs zusätzliche Trocknungstunnel schaffen rund 2’300 Quadratmeter Zusatzfläche. Zusammen mit den bestehenden 20 Tunneln verfügt das Zentrum nun über 5’234 Quadratmeter geschützte Trocknungsfläche.

Beginn der Bauarbeiten im Zentrum Navarrete

Aufbau der neuen Trocknungstunnel im Zentrum Navarrete

Die neuen Trocknungstunnel schaffen rund 2’300 Quadratmeter Zusatzfläche
Während der Haupternte, wenn innerhalb kurzer Zeit grosse Mengen zu verarbeiten sind, zählt jeder Quadratmeter geschützte Fläche. Bisher musste auf zusätzliche temporäre Trocknungsflächen ausgewichen werden; nun können mehr Bohnen direkt in den dafür vorgesehenen Tunneln trocknen. Insgesamt sind die Abläufe planbarer, und das Team vor Ort gewinnt Spielraum.
Für die Qualität ist das entscheidend. Nach der Fermentation muss der Kakao gleichmässig und zuverlässig trocknen, damit die Bohnen stabil und lagerfähig werden. In einer Region, in der es schnell zu Wetterumschwüngen kommt, verbessert die Erweiterung die Voraussetzungen für eine verlässliche Qualität.
Kilómetro 18: Ein neuer Knotenpunkt für Lagerung und Export
Neben der Erweiterung in Navarrete baut YACAO bei Santo Domingo Norte, am sogenannten Standort «Kilómetro 18» oder «km 18», ein neues Exportlager auf. Lage und Zugänglichkeit sind ideal, um die Kakaolieferungen aus Navarrete, El Seibo, Medina und Yamasá zentral zusammenzuführen. Im neuen Lager wird der Kakao klassifiziert, geprüft, gelagert und für den Export vorbereitet.

Anlieferung von Big Bags im neuen Exportlager am Standort «Kilómetro 18»

Die Big Bags im neuen Exportlager vor dem Aufbau der Racks

Die «clasificadora», die Sortiermaschine für Kakaobohnen, im Einsatz
Ein wichtiger Teil dieses Prozesses läuft bereits: Die «clasificadora», die Sortiermaschine für die Kakaobohnen, die zuvor im ländlicher gelegenen Medina stand, ist seit über einem Monat erfolgreich am Kilómetro 18 im Einsatz. Auch Videoüberwachung und Einbruchsalarmsystem sind installiert. Der Aufbau der Regalsysteme ist derzeit noch im Gang. Die Racks wurden speziell für die Lagerung von mit Kakaobohnen gefüllten Big Bags ausgewählt und überzeugen durch ihre langfristige Stabilität, die einfache Handhabung sowie ihre Eignung für den täglichen Einsatz im Exportlager.
Sobald alles fertiggestellt ist, bietet das Lager Platz für 672 Big Bags à 1’050 Kilogramm. Weitere freie Flächen können bei Bedarf später ebenfalls mit Racks ausgestattet werden. Damit entsteht am Kilómetro 18 ein zentraler Exportstandort mit deutlich mehr Kapazität als zuvor. Zugleich gestalten sich hier die täglichen Arbeitsabläufe effizienter: grosse Mengen aufnehmen, geordnet klassifizieren, Qualitätsprüfungen durchführen und bis zur Verschiffung sicher lagern.

Das Team vom «Kilómetro 18» in Santo Domingo
Für die Teams vor Ort macht das einen spürbaren Unterschied. Grössere Mengen lassen sich besser bündeln, die einzelnen Schritte werden übersichtlicher, und Wartezeiten können reduziert werden. Gerade während der fordernden Haupternte hilft das, auch bei grossen Mengen den Überblick zu behalten und die nächsten Schritte verlässlich zu planen.
Projekte mit Blick für den Arbeitsalltag

Delvinson und Rudy van Eijzeren beim Aufbau der Racks im neuen Exportlager
Begleitet werden die Projekte von Rudy van Eijzeren, der YACAO seit Februar 2026 als externer Bauleiter und Berater unterstützt. Er betrachtet die Erweiterungen nicht nur aus baulicher Sicht, sondern vor allem im Hinblick auf den Betrieb: Welche Wege entstehen? Wo treffen Mengen zusammen? Wie greifen Technik, Logistik und operative Abläufe ineinander?
Gerade diese Verbindung zwischen Ursprung, handwerklichen Arbeitsschritten und Hightech-Verarbeitung fasziniert ihn an YACAO und PRONATEC.
«Es ist beeindruckend zu sehen, welchen Weg der Kakao innerhalb der Wertschöpfungskette durchläuft – von den Parzellen der Kleinbauernfamilien über die Fermentation, Trocknung und Klassifikation bis zur Produktion hochwertiger Kakao-Halbfabrikate in Europa», sagt Rudy. «Bei den aktuellen Erweiterungen geht es darum, diesen Weg noch besser zu organisieren. Mehr Platz ist wichtig, aber erst die passenden Abläufe machen daraus eine langfristig tragfähige Lösung.»
Bereit für eine starke Haupternte
Die diesjährige Haupternte ist früh und erfolgreich gestartet. Nach den bisherigen Einschätzungen rechnet FUNDOPO mit einer stabilen Ernte bei konstanter Qualität. Der bisherige Mengenverlauf bestätigt die positive Einschätzung. Umso wichtiger ist, dass YACAO die zusätzlichen Mengen nicht nur aufnehmen, sondern geordnet weiterverarbeiten kann. Die Erweiterungen in Navarrete und am Kilómetro 18 schaffen dafür bessere Voraussetzungen.

Kakaoernte 2026 ist früh und erfolgreich gestartet
Unsere Partner in der Dominikanischen Republik
Mit dem direkten Bezug bei langjährigen Partnern schaffen wir Transparenz und garantieren eine vollständige Rückverfolgbarkeit über die ganze Lieferkette. Unsere Tochterfirma YACAO versorgt uns seit 1999 mit hochwertigem Bio und Fair Trade Kakao aus der Dominikanischen Republik. Das Team von YACAO übernimmt den Einkauf, die Fermentation/Trocknung, die Qualitätskontrolle sowie den Export der Kakaobohnen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der im Jahr 2000 gegründeten Kleinbauernorganisation FUNDOPO. Als Abnehmerin der gesamten Ernte sind wir eine verlässliche Partnerin für die über 3’000 angeschlossenen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.


