Die kaufmännische Ausbildung in der Schweiz basiert auf einem dualen Berufsbildungssystem: Lernende verbringen einen Teil ihrer Zeit in der Berufsschule, den anderen in ihrem Ausbildungsbetrieb. So erwerben sie gleichzeitig Fachwissen und praktische Erfahrung. International gilt dieses Modell als Erfolgsrezept, weil es jungen Menschen einen direkten Einstieg ins Berufsleben ermöglicht. Auch PRONATEC trägt dazu bei; die Ausbildung neuer Lernender ist seit Langem fester Bestandteil unserer Firmenkultur.
Okt 9, 2025
Am 11. August 2025 war es wieder einmal so weit: An unserem Hauptsitz in Winterthur durften wir zwei neue Lernende willkommen heissen. Damit führen wir eine langjährige Tradition fort, denn PRONATEC bildet seit 1995 erfolgreich Nachwuchskräfte im kaufmännischen Bereich aus. Was uns dabei besonders wichtig ist, ist eine vielseitige, praxisnahe Gestaltung der Lehrzeit. So können wir unseren aktuell fünf Lernenden eine fundierte Grundlage für ihre berufliche Zukunft bieten.



Abwechslung garantiert
Während ihrer Zeit bei PRONATEC durchlaufen die Lernenden verschiedene Fachbereiche, etwa das Backoffice in den Abteilungen Zucker, Vanille, Schokolade oder Kuvertüre. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, praktische Einblicke in unsere Produktion und das Lager zu bekommen, wo sie Muster abpacken oder Versandaufträge bearbeiten. Ein besonderes Highlight erwartet sie im dritten Lehrjahr mit der Teilnahme an der internationalen Fachmesse «Biofach». Dort erleben sie die Bio Branche ausserhalb des Büros und treten selbst mit unseren Kunden in Kontakt.
Der Alltag ist so abwechslungsreich wie möglich gestaltet – E-Mails prüfen, Aufträge besprechen, Aufgaben eigenständig bearbeiten und Rückfragen klären. Ergänzend gibt es gezielte «Time-to-Learn»-Aufträge, die Theorie und Praxis verbinden. So erwerben unsere Lernenden nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch Methoden- und Sozialkompetenzen, die weit über die Lehrabschlussprüfung hinaus wichtig sind.

Begleitet und gefördert
Vom ersten Tag an sind die Lernenden in ein unterstützendes Netzwerk eingebettet. Eine Berufsbildnerin und eine Coachin begleiten sie eng durch die gesamte Ausbildungszeit. Zusätzlich treffen sie sich alle sechs Wochen zu gemeinsamen Workshops – eine Besonderheit, denn in vielen Betrieben haben die Lernenden oft keine Möglichkeit, sich gezielt untereinander auszutauschen. Die Workshops dienen auch zur Besprechung fachlicher Themen, in erster Linie geht es jedoch um Soft Skills wie Teamarbeit oder Eigenverantwortung sowie unsere Unternehmenswerte Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung.

«Für uns ist es wichtig, den Lernenden Raum zur Selbstreflexion zu geben und sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken, damit sie von Beginn an lernen, eine gesunde Work-Life-Balance aufzubauen.»
Irina Früh, Berufsbildnerin PRONATEC
Investition in die Zukunft
Bei PRONATEC hat das Thema Lernende eine besondere Bedeutung, da es auch eine bewusste Zukunftsinvestition ist. «Wir möchten nicht nur Fachkräfte ausbilden, unser Ziel ist es, den Nachwuchs langfristig in unsere Unternehmenskultur einzubinden. Deshalb investieren wir in eine qualitativ hochwertige Ausbildung, ein motivierendes Umfeld und vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten», erläutert Yvonne Vasquez, Coachin der Lernenden bei PRONATEC.
Ein Blick zurück zeigt, wie gut dies gelingt: Viele ehemalige Lernende sind nach ihrem Abschluss bei uns geblieben, einige davon sind heute in Schlüsselpositionen tätig. Für uns ist das das schönste Feedback – und der beste Beweis, dass der Ausbildungsansatz bei PRONATEC der richtige ist für eine wertschätzende, langfristige Zusammenarbeit.
Mehr als nur ein Ausbildungsbetrieb – Wenn Lernende bleiben
Raphael Berger hat seine kaufmännische Lehre bei PRONATEC vor 16 Jahren abgeschlossen – und ist geblieben. Heute arbeitet er als Supply Chain Manager Cocoa in der Kakaobohnenabteilung und kennt das Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln.


Raphael, warum hast du dich damals für eine Lehre bei PRONATEC entschieden – und was hat dir an deiner Ausbildungszeit am besten gefallen?
Mich hat der Handel schon früh interessiert, und der Gedanke an soziales Engagement und Nachhaltigkeit klang für mich damals einfach «cool» und spannend. Auch der internationale Hintergrund der Firma hat mich gereizt. Rückblickend hat mich PRONATEC in dieser Zeit stark geprägt. Besonders geschätzt habe ich, dass ich viele verschiedene Abteilungen kennenlernen durfte, was woanders wohl nicht der Fall gewesen wäre. Im dritten Lehrjahr konnte ich bereits viel selbstständiger arbeiten – das war ein grosser Entwicklungsschritt.
Gab es ein Erlebnis oder Projekt, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, ganz klar die Mitarbeit bei unserer internen Zeitung «la Novedad». Wir Lernenden haben sie komplett eigenständig gestaltet und herausgegeben. Das war definitiv ein Highlight!
Wer hat dich in dieser Zeit am meisten unterstützt?
Besonders wichtig waren für mich meine Berufsbildnerin Brigitte Jud sowie mehrere Abteilungsleiterinnen, die mich während der Ausbildung unterstützt haben.
Du bist nach deiner Lehre geblieben. Was war der Grund dafür, und wie hat sich deine Rolle seitdem entwickelt?
Es war der naheliegendste Schritt: Ich war im Flow und konnte nach dem obligatorischen Militärdienst direkt im Backoffice der Abteilungen Zucker bzw. Kakao-Halbfabrikate einsteigen. Ich durfte schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen, hatte aber ebenfalls die Möglichkeit, mir zwischendurch Zeit fürs Reisen und meine Hobbys zu nehmen. Später kam die Weiterbildung zum Supply Chain Manager HFP dazu, die mir nochmals Schub gab. Heute bin ich mitverantwortlich für den Einkauf von Bio und Fairtrade Kakaobohnen aus der Dominikanischen Republik sowie für die Logistik – und reise dafür auch in die Ursprungsländer, um direkt mit den Bauernfamilien und Kooperativen in Kontakt zu treten.
Wie hat sich PRONATEC in den letzten zehn Jahren aus deiner Sicht verändert?
Wir sind zum einen stark gewachsen, zum anderen hat sich der Büroalltag sehr gewandelt: Früher war alles papierbasiert, heute läuft fast alles digital. Gleichzeitig sind die Anforderungen an Dokumentation, Regularien und Qualitätssicherung gestiegen. Die Ideen dahinter sind gut, bringen aber auch viele Herausforderungen mit sich.
Was schätzt du besonders an der Unternehmenskultur? Was motiviert dich heute bei deiner Arbeit?
Bei PRONATEC zu arbeiten, ist sehr familiär und unkompliziert – fast wie nach Hause zu kommen. Nachhaltigkeit wird hier nicht nur als Schlagwort genutzt, sondern wirklich gelebt. In meinem Alltag ist mir wichtig, dass die Lieferkette möglichst reibungslos läuft. Besonders Freude macht mir der persönliche Kontakt mit unseren Lieferanten aus der Dominikanischen Republik. Ich spüre, dass meine Arbeit eine wichtige Funktion für die Firma hat. Ich fühle mich geschätzt und gesehen. Das gibt mir Sinn und stärkt auch mein soziales Bewusstsein.
Wo siehst du dich selbst in den nächsten Jahren?
Privat bin ich gerade Papa geworden, und meine Tochter hat für mich oberste Priorität. Beruflich bin ich momentan sehr zufrieden: Ich gebe mein Möglichstes und freue mich, wenn wir die Welt durch unser Engagement und Herzblut ein klein bisschen besser machen können.
Gibt es einen Rat, den du neuen Lernenden bei PRONATEC mitgeben würdest?
Habt Mut, stellt viele Fragen und traut euch auch mal, Nein zu sagen. Wichtig ist, die Zusammenhänge zu verstehen und den Hintergrund. Das macht die Ausbildung spannender und wertvoller.


